05 Mai '26

Schulraumerweiterung Bellmund (1. Rang)

Kategorie: Wettbewerbe

Bellmundo - Eine schöne, neue Schulwelt für Bellmund.

 

Bellmundo 1. Rang (mit Balmer Architektur, Sara Gelibter Architecte)

 

Fazit Jurybericht

Der Beitrag überzeugt durch eine intelligente und massstabsgerechte Integration des neuen Gebäudes in die bestehende Schullandschaft und der sorgfältigen Gestaltung der Umgebung. Die neue Setzung und der Umgang mit dem Bestand werden dem Denkmal gerecht. Der zentrale Aussenraum fördert die Orientierung und unterstützt die Durchwegung und Anbindung ans Quartier. Diese räumliche Qualität stärkt die Identität der Schule mit einem Ort, welcher pädagogisch und sozial wertvoll ist. Insgesamt bietet das Projekt eine durchdachte Lösung für moderne Bildungsräume im bestehenden Kontext und sehr gute Voraussetzungen für einen pädagogisch überzeugenden Schulbetrieb mit vereinzeltem Optimierungsbedarf.

 

Analyse des Ortes

Die Schulanlage Bellmund ist ein ortsbaulich prägender, urbaner Dorfbaustein an den Siedlungsausläufern zum Längacher. Aufgrund der Hanglage bietet das Schulareal Bellmund diverse räumliche Anknüpfungspunkte an seine Umgebung und schafft visuelle, aber auch physische Verbindungen zwischen ihnen, die druch den Entwurf gestärkt werden.
Es ist eine Chance, ein öffentliches Areal wie die Schulanlage Bellmund zu einem ortsbaulich präzisen Bezugs- und Ankerpunkt innerhalb eines heterogenen Kontextes zu entwickeln und für unterschiedliche Nutzergruppen zu öffnen. Die Ausarbeitung präziser räumlicher und visueller Anknüpfungspunkte, in Form von Schwellenräumen, klärt die Arealzugänge für die Schüler wie auch für die Öffentlichkeit und trägt zur selbstverständlichen und sinnhaften Einbettung ebenso wie zur Sicherheit und Identität der Anlage bei.

Umgebungsgestaltung

Der Aussenraum der neuen Schulanlage nutzt die bestehende Topografie für eine klare räumliche Zonierung. Er entwickelt sich von der geborgenen Mitte nach aussen und inszeniert dabei gezielt die Qualitäten des Ortes zu einem polyvalenten Freiraum, der sowohl von der Schule wie auch von der umliegenden Bevölkerung und durch Vereine genutzt werden kann. Der Aussenraum wird naturnah und biodivers gestaltet, sodass Mensch, Fauna und Flora gleichermassen ihren Platz finden.

Pausenhof mit grüner Mitte

Im Zentrum bildet der neu gefasste Hof das soziale Herz der Anlage. Durch die Setzung des Neubaus erhält der Pausenhof eine klare räumliche Fassung, welche durch Schattenbäume und naturnahe Inseln eine hohe Aufenthaltsqualität bietet und Biodiversität direkt am Gebäude erlebbar macht. Hier wird Natur im Schulalltag direkt erlebbar – der Hof verbindet Pausennutzung mit ökologischen Trittsteinen, wobei der bestehende Brunnen als artifizielles und damit diesen Kosmos kontrastierendes Element belassen wird.

Terrasse mit Blick zum Bielersee

Die aufgewertete Terrasse mit "Grünen Nischen" fungiert als Filter zwischen Schulbetrieb und Sportflächen. Die Seeterrasse bietet einen hochwertigen Pausenort und Treffpunkt. Von hier aus öffnet sich der Weitblick zum Bielersee – eine Qualität, die durch ruhige Nischen gezielt in Wert gesetzt wird. Die Terrasse des Kindergartens wird zum geschützten, eigenständigen Spielraum, welcher den Kindern einen geborgenen Aussenraum bietet. Der neue vertikale Erschliessungsturm verknüpft die Aussichtsebene und den Pausenhof spielerisch und dennoch wirkungsvoll mit den Sportfeldern.

Sportfelder

Den westlichen Abschluss bildet das tieferliegende Plateau der Sportfelder. Diese Ebene ist als robuster, offener Funktionsraum konzipiert. Sie hält sich in der Gestaltung zurück, um die Grosszügigkeit der Fläche für den Sport zu sichern, und ordnet sich der aussichtsreichen Terrassenebene unter. Die bereits bestehende Verbindungsachse an der Ostseite des bestehenden Schulhauses wird entlang des Neubaus erweitert und schafft so eine Verbindung zwischen nördlichem Erschliessungsraum und südlicher Begegnungszone. Durch zurückhaltende Eingriffe wird der Aussenraum der Schulanlage neu geordnet und für dessen künftige Nutzung aufgewertet.