04 Mai '10

Alters- und Pflegeheim Sonnegg

Kategorie: Wettbewerbe

Piano Piano - Fluss, Garten und Hang gliedern die Umgebung des Alters- und Pflegehein Sonnegg in Huttwil.

 

Piano Piano (mit FRB+ Partner Architekten AG, Ittigen)

Die Umgebung des Alters- und Pflegeheim Sonnegg wird durch die drei Bereiche Fluss, Garten und Hang gegliedert. Es wird darauf geachtet, diese drei bereits bestehenden Bereiche in ihrer Qualität aufzuwerten und nicht übermässig Umzugestalten. Mauern aus Stampfbeton übernehmen die Höhendifferenzen zwischen den drei Bereichen und gliedern diese klar. Die Ritzen und Fugen der Stampfbetonmauern werden mit der Zeit von Mauervegetation besiedelt. So werden die anfänglich strengen Formen der Mauern aufgelockert und integrieren sich bestens in die ländliche Umgebung des Alters- und Pflegeheim Sonnegg. Wege, Treppen und Rampen werden aus fugenlosem Ortsbeton gegossen und oberflächlich sandgestrahlt, um eine optische Angleichung an die Stampfbetonmauern zu erreichen.

 

 

Fluss

Der Flussbereich wird aus seiner momentanen Kanalisierung befreit und stärker an die Umgebung des Alters- und Pflegeheim Sonnegg gebunden. Die neugestalteten Uferzonen werden durch ruderale Kiesflächen gebildet. Die Bewohner des Heims können beim Spazieren und Verweilen entlang des Flusses Erinnerungen an frühere Zeiten erzeugen und sich dabei entspannen. Der Flusslauf wird durch auentypische Bäume wie Erlen, Eschen und Weiden begleitet. In der Krautschicht findet man Spontanvegetation von Gräsern und Stauden. Die Mauern aus Stampfbeton und chaussierte Wege integrieren sich selbstverständlich in die wiedererwachte Fluss- bzw. Auenlandschaft.

Garten

Der Gartenbereich wird im östlichen Teilbereich durch Nutz- und Demenzgarten gebildet. Der Nutzgarten wird grösstenteils belassen wie gehabt. Entlang der Hohlenstrasse und gegenüber dem Demenzgarten werden Obstbäume ergänzt bzw. neugepflanzt und ein neues Treibhaus wird gebaut. Der Demenzgarten wird mit einem Spaliergerüst mit Spalierobst eingefasst. Ein grosszügiger Endlosweg aus fugenlosem Ortbetonbelag führt die Bewohner durch den Garten. Entlang des Weges gibt es viel zu entdecken! Sehen, hören, riechen, schmecken und fühlen; all diese Sinne sollen durch unterschiedliche Materialien, Pflanzen, Klänge und jahreszeitliche Abläufe angeregt werden. Im Zentrum des Gartens finden sich auf dem chaussierten Belag ellipsenförmige Hochbeete und Sitzgelegenheiten zum benutzen und verweilen. Der Demenzgarten wird zur Hausfassade und zum Spaliergerüst hin mit einer üppigen Staudenrabatte abgeschlossen.

„Wenn nichts mehr geht, gehe ich in den Garten.“ Zitat einer Altenpflegerin

Eine pflegeleichte Blumenwiese mit Obstbäumen durchsetzt bildet den westlichen Teilbereich. Entlang der Zimmer sorgt eine Staudenrabatte für jahreszeitliche Abwechslung. Dieser eher schattige Bereich wird in den heissen Sommermonaten sicher gerne von den Bewohnern besucht.

Hang

Der Hangbereich bietet mit den verschiedenen Terrassen und dem direkten Zugang zum Gebäude ohne Höhenunterschiede eine hohe Aufenthaltsqualität. Vor dem bestehenden Altersheimgebäude gelangt man von der Sonnenterrasse über eine rollstuhlgängige Rampe in den Gartenbereich. Der Hangbereich wird mit einer pflegeleichten Blumenwiese und Obstbäumen belegt. Im Eingangsbereich des Neubaus öffnet sich eine weitere Sonnenterrasse mit Blick auf den Demenzgarten und die weitere Umgebung. Der östliche Teilbereich bietet mit einer kleinen Schattenterrasse einen gemütlichen Aufenthaltsbereich an heissen Sommertagen. Entlang der Sonneggstrasse bleibt das Gelände mehrheitlich bestehen und wird durch eine Blumenwiese gebildet welche mit Haselnusssträuchern und Obstbäumen durchsetzt wird.