01 Mär. '05

Landesgartenschau Reichenbach

Kategorie: Wettbewerbe

Flechtwerk - Stadt und Land werden miteinander verwoben.

 

Flechtwerk 2. Rundgang (mit Gygax Architekten, Bern)

 

Konzept

Der Raumbach, welcher als geschichtliches, raumbildendes Element das gesamte Gelände durchfliesst, wird als vermittelndes Element zwischen den Antipoden Stadt und Land ausgestaltet. Das eine Ufer verläuft wie bisher hart entlang des Bachs, während das andere weich in das Gelände eindringt. Entlang des Bachs führt auf der harten Uferseite der Hauptweg (Fuss- und Radweg), welcher den Talraum überregional erschliesst. Wo sich die Verengung des Bachs zum Talraum aufweitet, wird der Hauptweg durch die Rundwege entlang des Talrands erweitert, welche eine grosszügige Fläche aufspannen. Durch lineare Querverbindungen, welche zwischen den Rundwegen aufgespannt werden, entstehen neue Flächen. So entsteht ein multifunktionaler Freiraum, welcher je nach Bedarf weiter unterteilt werden kann.

 

 

Flechtwerk

Der Zug fährt ein im Bahnhof von Reichenbach im Vogtland. Wir schreiben das Jahr 2009 und verschwinden für einen Tag aus der Hektik an die 5. Sächsische Landesgartenschau. Die auf Stahlrahmen aufgespannten Textilplanen weisen den Weg zum Ausstellungsgelände. Zu Fuss durchqueren wir die Altstadt und gelangen zu der Kirche im Talgrund. Dort angelangt, tauchen wir entlang des Seifenbachs unter dem Strassenkreisel hindurch und bezahlen an der Kasse, welche sich in einem der überdimensionalen Flechttürme befindet. Wir steigen auf den Turm und rauchen, während wir das grosszügige Gartenschaugelände überblicken. Entlang des einseitig befreiten Raumbachs verläuft der Hauptweg, welcher den Talraum überregional erschliesst. Das eine Ufer verläuft wie bisher hart entlang des Bachs, während das andere weich in das Gelände eindringt. Wo sich die Verengung des Bachs zum Talraum aufweitet, wird der Hauptweg durch die Rundwege entlang des Talrands erweitert, welche eine grosszügige Fläche aufspannen. Durch lineare Querverbindungen, welche zwischen den Rundwegen aufgespannt werden, entstehen neue Flächen. So entsteht ein multifunktionaler Freiraum, welcher die verschiedenen Themenbereiche der Landesgartenschau beherbergt. Wir steigen hinunter und begeben uns ins Gelände. Bachabwärts gelangen wir zum ehemaligen Bahngelände, welches mit Themenflächen aus Früchten, Blumen, Gemüse und Werkzeugen zum Gärtnern animiert. Im unteren Bahnhofsgebäude kaufen wir Samen und eine Blume. Wir flanieren weiter und gelangen in den Webgarten, wo die Besucher zwischen den eingerammten Holzpfählen wie Spinnen Fäden spannen. Weiter geht’s entlang der Aussichtspromenade zum ehemaligen Wasserwerk, wo wir uns zur Mittagszeit mit gediegener Kost und Bedienung verwöhnen lassen. Nach dem ausgiebigen Essen begeben wir uns Richtung Weberei. In den Hallen wird gerade eine Orchideenschau gezeigt. Oh welch liebreizenden Blumengebilde. Weiter geht’s zum Verwaltungsgebäude, wo wir einem Vortrag zum Thema Faserpflanzen lauschen. Über die Strasse gelangen wir in den Ruinenwald. Ein überdimensionaler Reisverschluss schlängelt sich zwischen den Baumstämmen durch. Menschen ruhen und picknicken darauf, und etwas weiter drüben turnen Kinder in luftiger Höhe in den Baumkronen. Durch die Baumstämme hindurch erblicken wir ein ruinenartiges Fabrikgebäude. Wir gehen hinein, steigen hinauf und wandeln entlang der Baumkronen auf dem Rundweg im vierten Stock. Unten angelangt gönnen wir uns ein kleines Schnäpschen in der Ruinenbar. Angeheitert setzen wir unsern Weg fort. Im gegenüberliegenden Angerviertel setzen wir uns auf die Sitzmauer am Raumbach. Auf der gegenüberliegenden Seite grilliert eine Schulklasse Würste auf einer der Holzplattformen in der Kiesböschung. Da es schon später Nachmittag ist, beschliessen wir, auf den Joppenberg zu steigen um von da aus die Aussicht zu geniessen. Oben angelangt neigt der Tag sich dem Ende zu. Wir steigen auf den Flechtturm von wo aus wir die Lichter des Ausstellungsgeländes erblicken. Erst jetzt bemerken wir die Leuchtstäbe, welche die Querverbindungen aufspannen. Ein blaues Lichtband entlang der Sitzmauer am Raumbach zeigt die Länge des Gartenschaugeländes. Es wird Zeit nach Hause zu gehen. Im Zug sind wir hundemüde und erwachen erst kurz vor der Ankunft.